Das prüfen die Finanzämter in 2019

Welche Schwerpunkte die Finanzämter bei ihren Prüfungen setzen, ist für Steuerberater und Steuerpflichtige eine interessante Information. In den meisten Bundesländern gibt die Finanzverwaltung dies jedoch nicht bekannt. Anders in Nordrhein-Westfalen. Dort veröffentlicht die Finanzverwaltung einmal jährlich, welche Steuersachverhalte die Finanzämter schwerpunktmässig prüfen werden.

Im Jahr 2019 legt die nordrhein-westfälischen Finanzämter generell ein besonderes Augenmerk auf

  • die Prüfung der Einkunftserzielungsabsicht (Liebhaberei) bei § 15 und § 18 EStG und
  • auf den Verlustabzug bei Körperschaften gem. § 8c KStG.

Neben diesen generellen – also für alle Finanzämter geltenden – Prüffeldern, wurden folgende dezentrale Schwerpunkte (geordnet nach Steuerarten bzw. Vorschriften oder Themen) für die einzelnen Finanzämter festgelegt:

Das wird bei der Einkommensteuer geprüft:

  • Sonderausgaben (§ 10 EStG): Beiträge an berufsständische Versorgungseinrichtungen (Schwerpunkt vieler Finanzämter!), Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer.
  • Verluste bei beschränkter Haftung (§ 15a)
  • Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften (§ 17 EStG, Schwerpunkt vieler Finanzämter!)
  • Gewerbebetriebe und Selbstständige (§§ 15/18 EStG): Veranlagung im Jahr nach Betriebsprüfung, Dauerschätzfälle
  • Arbeitnehmer (§ 19 EStG): Aufteilung von NATO-Ruhebezügen, Entfernungspauschale, doppelte Haushaltsführung, Auswärtstätigkeit ab VZ 2014, Werbungskosten
  • Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG): Erstjahr (Schwerpunkt vieler Finanzämter!), Umlagen, Vermögensübertragungen unter Angehörigen, Erhaltungsaufwendungen, Vermietung von Ferienwohnungen.
  • Außergewöhnliche Belastungen (§§ 33, 33a EStG): Heimkostenübernahme durch Angehörige, Unterstützungsleistungen ins Ausland.
  • Thesaurierungsbesteuerung (§ 34a EStG)
  • Anzeigepflichten bei Versicherungsverträgen (§ 29 EStDV)

Das wird bei der Umsatzsteuer geprüft:

  • Ferienwohnungen/Umsatzsteuerpflicht (§§ 19 u 13b UStG)

Indizwirkung für andere Bundesländer

Bei den o. g. Prüffeldern handelt es sich um die Schwerpunkte. Die Prüfer dürfen also (und werden i. d. R. auch) andere Sachverhalte aufgreifen!

Die Aufstellung gilt zwar nur für die Finanzämter in Nordrhein-Westfalen, dennoch liefert sie auch für die anderen Bundesländer Anhaltspunkte, worauf die Prüfer besonders achten.

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